Terraristik und Wissenschaft

Ein interessanter und lesenswerter Bericht über die positive Seite der Terraristik

Erschienen im Onlineportal von Deutsche Welle findet sich dieser Bericht der die Verbindung von Terraristik und Wissenschaft beschreibt.

Schlangen, Geckos und Echsen – vom Liebhaber zum Hobbyforscher

Schlangen im Wohnzimmer? “Nein, danke”, sagen viele. Andere dagegen können von Reptilien nicht genug bekommen. Dabei ist ihr Hobby, die Terraristik, nicht nur eine Spielerei: Sie hilft Wissenschaft und Artenschutz.

zum Weiterlesen hier klicken!

 

Neue Namen neue Arten – Neue Namen alte Arten

In anderen Beiträgen an dieser Stelle (1, 2, 3, 4) wiesen wir bereits darauf hin, dass die Taxonomie und Systematik innerhalb der Biologie keineswegs verstaubte Wissenschaften sind die nichts neues mehr hervorbringen, ganz im Gegenteil!

Wie aktiv diese Wissenschaftszweige sind lässt sich mit folgenden Publikationen – welche auch für Terrarianer interessant sein dürften – dokumentieren:

Neue Namen für alte Arten

Wulf Schleip, der sich immer mehr zur Autorität auf dem Gebiet der Weislippenpythons etabliert, erkannte dass die Beschreibungen zweier Arten von Weislippenpythons von Raymond Hoser nicht im Einklang mit dem international gültigen Regelwerk der zoologischen Namensvergabe standen. Schleip nahm dies zum Anlass um eine Neubeschreibung der Arten Bothrochilus bennettorum (ehemals Leiopython bennettorum) und Bothrochilus hoserae (ehemals Leiopython hoserae) vorzunehmen. Schleip geht dabei sogar noch einen Schritt weiter, indem er die Gattung Leiopython wiederbelebt, welche erst kürzlich durch Reynolds et al. zu Grabe getragen und durch Bothrochilus ersetzt worden war.

Als gültigen Name für Bothrochilus bennettorum schlägt er Leiopython montanus vor, als Name für Bothrochilus hoserae empfiehlt er Leiopython meridionalis. Die Artnamen dürften wissenschaftlich allgemein anerkannt werden, wohingegen die Gattungsumstellung sicherlich noch für Diskussionen sorgen wird.

Two New Species of Leiopython Hubecht, 1879 (Pythonidae: Serpentes): Non-Compliance
with the International Code of Zoological Nomenclature Leads to Unavailable Names in
Zoological Nomenclature. Wulf D. Schleip
Journal of Herpetology, Vol. 48, No. 2, 272–275, 2014 Link

Neue Namen für neue Arten

…oder besser gesagt eine neue Art.

Im Fokus des Interesses steht ein australischer Zwergwaran, der mittlerweile auch öfter im Terrarium gehalten wird: Varanus pilbarensis. Unter diesem erstmals durch Storr 1980 beschriebenem, felsenbewohnenden Waran aus der Pilbara Region Australiens verbergen sich tatsächlich zwei Arten. Dies konnte ein Team australischer Wissenschaftler jetzt Mithilfe der Analyse von genetischem Material herausfinden. Doch die zwei Arten Varanus pilbarensis und die neue Art Varanus hamersleyensis unterscheiden sich auch morphologisch. So soll die neu beschriebene Art eine dunklere Körperfärbung aufweisen als V. pilbarensis und eine reduziertere weisse Ozellenzeichnung, sowie einen grossteilig ungebänderten Schwanz, wohingegen V. pilbarensis sich durch eine hellere Körperzeichnung, graue deutlich sichtbare Ozellen und einen stark gebänderten Schwanz auszeichnet.

Molecular and morphological assessment of Varanus pilbarensis (Squamata: Varanidae), with a description of a new species from the southern Pilbara, Western Australia
Brad Maryan, Paul M. Oliver, Alison J. Fitch & Morgan O´Connell
Zootaxa 3768 (2): 139 – 158. 2014 Link