Landestierschutzbeauftragte des Landes Hessen äussert sich zur Reptilienhaltung

Die Landestierschutzbeauftragte des Landes Hessen, Frau Dr. Madeleine Martin, hat am 30.10.2014 eine Pressemitteilung verfasst, welche eine Studie der Uni Leipzig zum Gegenstand macht um die Reptilienhaltung generalisierend als nicht Haltungskonform mit dem Tierschutzgesetz zu verurteilen.

Die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) nimmt zu dieser fachlich de facto auf falschen Annahmen basierenden Pressemitteilung gezielt Stellung. Hier lesen.

Obwohl einige Forderungen wie der Sachkundenachweis für die Reptilienhaltung durchaus eine Berechtigung haben, erscheint es als doppelbödig, wenn nicht im gleichen Zuge das Selbe für die Haltung eines jeden anderen Tieres, ob Hund, Katze, Kanarienvogel, Fisch oder Meerschweinchen gefordert wird.

Ferner belegt die von Frau Martin aufgeführte Studie keinesfalls, dass Reptilien häufig erkranken, selbiges schreiben auch die Verfasser der Studie:

Die Autoren selbst vermerken, dass die Studie nicht repräsentativ sein kann. Ganz besonders ist zu beachten, dass fast ausschließlich kranke Tiere zum Tierarzt gebracht werden. Die gut gehaltenen und gesunden Tiere sehen die Veterinäre in aller Regel nicht in den Praxen.”

Es wäre ebenso unsinnig aus einer Studie der Onkologiestation eines grossen deutschen Krankenhauses den Umkehrschluss aufzustellen die meisten Deutschen seien Krebskrank.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass derartige aktionistische Kampagnen der Reptilienhalterszene unterstellen dass sie ihre Tiere aussetzt, oder das selbige gefährlich sind oder dass die Tiere falsch gehalten würden. Vergleicht man aber die Fakten:

  1. Die weitaus häufigsten Unfälle mit menschlichen Verletzungen erfolgen durch Hunde.
  2. Die meisten Tiere welche in deutschen Tierheimen landen sind Hunde und Katzen.
  3. Verwilderte Hauskatzen (und nicht Reptilien!) verursachen einen enormen Schaden an der einheimischen Vogelfauna. Ausgesetzte Reptilien spielen als faunenverfälschende Elemente so gut wie keine Rolle.
  4. Die weitaus meisten Tiere die in deutschen Tierarztpraxen vorstellig werden sind nach wie vor Hunde, Katzen, Nutztiere und Kleinsäuger. Lässt sich daraus schliessen diese Tiere würden falsch gehalten?

Durch derartige Pressemitteilungen wird leider das Bild von Reptilienhaltern in der Öffentlichkeit massiv geschädigt und Desinformation betrieben. Eine ähnliche Entwicklung, jedoch mit anderem Inhalt konnte eine Studie der Ipsos Mori Foundation belegen. Hier wurden die faktischen Zahlen mit den Annahmen breiter Bevölkerungsschichten verschiedener Länder verglichen. Hier nachzulesen und hier in Kurzform

Das derartige Desinformationskampagnen auch für die politische Realität eine grosse Relevanz haben ist unstrittig, zeigt aber welches Gefahrenpotential von Falschinformationen ausgeht.

Terraristik und Wissenschaft

Ein interessanter und lesenswerter Bericht über die positive Seite der Terraristik

Erschienen im Onlineportal von Deutsche Welle findet sich dieser Bericht der die Verbindung von Terraristik und Wissenschaft beschreibt.

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Schlangen im Wohnzimmer? “Nein, danke”, sagen viele. Andere dagegen können von Reptilien nicht genug bekommen. Dabei ist ihr Hobby, die Terraristik, nicht nur eine Spielerei: Sie hilft Wissenschaft und Artenschutz.

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